“Sie dürfen Ihre Möbel reinstellen”

Als Mieter fühle ich mich hier in Australien in meinen Einrichtungs- und somit Wohnrechten doch sehr beschränkt.

Zieht man in eine Wohnung, oder Haus erhält man mit der Schlüsselübergabe einen sogenannten Condition Report, in dem mehr oder weniger kleinlich der Zustand des Hauses schriftlich und fotografisch dokumentiert wurde. Dort ist dann, je nach Maklerbüro, auch aufgelistet, wie viele Nägel sich momentan in den Wänden befinden.

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Wände sind hier, in australischen Häusern, unantastbar:
Nichts mit Bilder aufhängen wo man möchte,
bohren schonmal gar nicht,
…und der Wand eine andere Farbe verleihen… WAAS?!  Da wurde mir doch schwer von abgeraten!

Das sieht der Makler ja direkt, wenn er alle drei Monate vorbeischaut, von jeder Ecke eine Aufnahme macht und diese dann für die Nachwelt archiviert!

Man darf also seine Möbel ins australische Mietheim stellen und verwendet am besten die Nägel, die schon vorhanden sind, um seinem Heim ein wenig Persönlichkeit zu verleihen. In einigen Häusern findet man auch vorplatzierte Nägel in jeder Wand. Schön mittig. Wie großzügig.

Wände sind also irgendwie heilig und nicht für die Realisierung der persönlichen Errichtungswünsche geeignet.

Völlig in Ordnung dagegen ist es in Fenster- oder Türrahmen zu bohren, um z.B. eine Gardinenstange aufzuhängen?!

Also irgendwie macht das für mich keinen Sinn. Und mit jedem Nagel, den ich neu in die Wand schlage, vergrößert sich mein schlechtes Gewissen. Wie gerne würde ich der ein oder anderen Wand einen Farbanstrich verpassen, oder die Einbauschränke von ihrem schweinchen-rosa befreien…
aber das ist mir die Kaution dann doch nicht wert.

Also weiter träumen und sich einfach dem australischen Mieter-Lebensgefühl hingeben…ist ja bald Sommer und dann bin ich ja eh nur noch draussen. 😉

Dust and drums

Dust and drums… das sind die zwei wesentlichen Bestandteile des Festivals „ConFest“ auf dem ich über die Osterfeiertage war. Mitten im Busch im Süden des Bundesstaates New South Wales findet ein- bis zweimal pro Jahr ein durch und durch „down to earth“ Hippie-Festival statt.

Ohne Strom (nur Generatoren), mit beschränkt fließendem Wasser, nur Live-Musik (Lautsprecher-Verbot) und mit sehr vielen nackten Menschen. Dust and drums weiterlesen

Da bin ich wieder

also sowohl in meinem Blog, als auch wieder in Australien. 😉

Ich werde in der nächsten Zeit mal versuchen einige Gedanken und Eindrücke über diese so schöne und vielfältige Stadt zu sammeln und hier zu präsentieren.

Gebt mir ein wenig Zeit, ich muss mich auch noch mit dem Blog hier auseinandersetzen und schauen, welches Design und welche Plugins u.s.w. von Nöten sind, damit auch alles so rüberkommt, wie ich es am passendsten finde.

Bis dahin: carpe diem :)

Sunny

In Melbourne

So, da bin ich wieder!
Es fühlt sich gut an, vom regnerischen und windigen Auckland nicht direkt wieder in die Kälte zu fliegen, sondern nochmal ein paar Tage Sonne und Wärme zu tanken. :)

Sarah, Nickys Freundin, die ich vor ein paar Jahren in Deutschland kennengelernt habe, holt mich vom Flughafen ab und hat ein Zimmer für mich eingerichtet, in dem ich die letzten Tage meiner Reise ünernachten kann.
Wirklich sehr süß und mit Liebe zum Detail: Lichterkette, frische Blümche und Wasser für die Nacht stehen drappiert auf dem Nachttischchen.

Wir trinken nur noch einen Rosentee und gehen dann ins Bett.

Am nächsten Morgen treffen wir uns mit Nickys Mum Gabi zum Frühstück in einem schönen Café in Brunswick.

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Danach machen Sarah und ich uns auf die Suche nach einem Tattoowierer und werden im hippen Stadtviertel Fitzroy fündig.
Ein sehr sympatischer Neuseeländer sticht mir mein Erinnerungs-Eukalyptusblatt an meine OZ/NZ- Reise. Sehr passend, wie ich finde. 😉

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Danach besuchen wir noch Kitty bei der Arbeit im „Naked for Satan“ und trinken auf der Dachterasse, mit Blick über Melbourne, noch ein Bier zusammen.

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Nach dem verfrühten Abendessen ein paar Blocks weiter sind wir so müde, dass wir bei Sarah erstmal ein Nickerchen halten, um dann später nochmal bei ihr um der Ecke was trinken zu gehen.

Ich schlafe wesentlich besser, als in der ersten Nacht und freue mich, dass ich noch einen weiteren Tag hier habe.

Gerade sitze ich im Zug nach Hurstbridge, weil ich auf den St. Andrews Markt möchte, auf dem Nickys Eltern jeden Samstag verschiedene Sachen verkaufen.

Die Wettervorhersage für heute und morgen ist perfekt: strahlender Sonnenschein!

Sweet Goodbye

Auckland and flight to Melbourne

Ich habe gerade meine ruhigsten Start in einem Flugzeug hinter mir, den ich bisher erlebt habe. Mag sein, dass das daran liegt, dass ich im Airbus A380-800 sitze, der mich anstatt nach Dubai nur nach Melbourne bringt.

Heute hatte ich mit Vicky auf jeden Fall noch einen sehr schönen Tag, den wir in dem sonnigen Devenport mit einer grandiosen Aussicht verbracht haben.
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Gestartet haben wir wieder mit einem gemütlichen Frühstück in einem Café in umserem Viertel, um dann wieder mit dem Bus in die City zu fahren und mit der Fähre nach Devenport überzusetzten.

Während wir auf dem Weg dorthin sind reißt der Wolkenhimmel immer wieder auf und wir schälen uns alle Viertelstunde eine Lage Kleidung vom Leibe.
Oben auf dem Mt. Victoria angekommen genießen wir die großartige Aussicht auf die verschlungene Meeresbucht mit all ihrem Festland und Inseln um und vor uns.

Vor dem Hügel setzten wir uns noch in eines der niedlich-coolen Cafés, trinken Lemon Crush und Ginger Beer, schlendern danach durch die kleinen Lädchen und haben, als wor wieder in unserem Stadtteil Mt. Eden angekommen sind, sogar noch Zeit für ein Abschiedsbier, bzw. Abschiedscider. :)
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Jetzt bin ich noch 3 Stunden und 12 Minuten von Melbourne entfernt und freue mich, dass ich nochmal, wenn auch nur für zwei Tage, australischen Boden betreten kann! :)

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Written and posted in the air
(A380-800)
:)

The long wide cloud

Auckland

Ja, das mit der langen weißen Wolke hat sich hier im Norden doch sehr bewahrheitet.
Seitdem ich hier in der größten Stadt Neuseelands gestern mittag angekommen bin, habe ich keinen blauen Himmel, geschweige denn die Sonne gesehen.

Aber, das macht gar nichts: wird die Aktivitätendichte halt etwas entzerrt.
Ich gehe und kraxel den, direkt an unserem Hostel liegenden Mt. Eden (ein nicht mehr aktiver Vulkan) hoch.
Wow, ziiiiiemlich winding der Aufstieg, aber die Abkürzung lohnt sich und der Ausblick erst recht:

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Nachdem ich einen etwas sanfteren Abstieg wähle und wieder in dem kleinen Stadtteil lande, genehmige ich mir ein Mandarinen-Ingwer-Cidre, als ich auf Vickys Ankunft warte. (Vicky habe ich auf der WA-Tour am Anfang kennengelernt; eine klein bisschen verrückte, aber doch bodenständige Wahlberlinerin mit der ansteckensten Lache, die ich seit langem gehört habe.)

Wir ziehen dann quasi direkt nochmal los und essen im Aussenbereich eines belgischen Pubs Muscheln und Pommes zu Abend.

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Im Pub ist die Hölle los, da ein offizielles Quiz (Quizmas) gespielt wird und alle Teilnehmer passend zum Thema Weihnachten verkleidet sind.
Wir bleiben noch eine Weile und schauen uns den sympathischen Wahnsinn bei einem Cidre an. 😉

Heute werden wir doch tatsächlich von der Putzkolonne geweckt, die sich lautstark unterhält, staubsaugt und die Betten bezieht.
Aber es gab auch keinen Grund bei dem strömenden Regen früher aufzustehen.
Ab ins nächste Café, in dem wir bestimmt zwei Stunden sitzen, frühstücken und quatschen.

Gegen Mittag nehmen wir den Bus in die Stadt und lassen uns ein wenig von der neuseeländischen Kunst im Art Museum unterhalten. Schon wieder kostenlos.

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Da es quasi nicht regnet als wir wieder ins Freie kommen, schlenden wir ein wenig durch die Straßen, verschiedene Läden runter Richtung Hafen.

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Als wir gerade ein Café suchen wollen, kommt ein weiterer Regenguss, der die andere Seite der Stadt komplett in Nebel verschwinden lässt.
Bei Muffin und Chai-Latte wärmen wir uns auf und genießen den Ausblick auf das Treiben am Hafen.

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Jetzt ist es auch schon 21h und wir entspannen uns kurz im Hostel, damit wir gleich losziehen und Abendessen können.

Morgen Abend gehts dann auch schon wieder nach Melbourne…und am Samstag dann endgültig zurück in das kalte Deutschland.

Kia Ora

Zu dt.: Hallo/ Herzlich Willkommen/ Wie gehts Dir?/ Schön dich zu sehen/ …
Rotorua 15. Dezember 2014

Gestern habe ich glaube ich das zweite Mal so richtig ausgeschlafen und bin ohne Weckergeklingel wach geworden.

Neuseeland mag mich anscheinend, denn draussen ist strahlender Sonnenschein…kompletter Kontrast zu gestern.

Nach meinem Frühstück mache ich mich auf den Weg in die Stadt und ziehe, auf der Suche nach Souvenirs/Weihnachtsgeschenken, ein wenig durch die Lädchen.

Mit einem Flat White to go treffe ich am Infocenter auf Sophia und ihren Couchsteller Jack, um mit den beiden auf Stadtbesichtigungstour zu gehen.

Jack fragt, warum wir denn heute abend zu einem Maori-Dorf gehen wollen. Wir haben ja schließlich ein waschechtes Stück Kultur vor uns. 😉

Er hat seinen Job als Anwalt hingeschmissen, jm Touristenführer zu werden und bietet nun Spaziergänge durch die Gegend an, die er für seine Couchsurfer kostenlos macht.

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Also vorbei an heißen Quellen, kochendem Schlamm, einem brodelnden See, einheimischen Medizinpflanzen, der ältesten Kirche im Ort (200 Jahre), dem Maori-Zeremonienhaus und runter zum Stadtsee, an dem wir dann gemütlich entlangspzieren und uns Geschichten von Jack anhören. Wie z.B., dass die Maori auch Kannibalen waren und ihren Feind, bei Bedarf such gegessen haben. Nicht des Fleisches wegen, sondern um die Kräfte des anderen in sich aufzunehmen.

Wieder zurück im Hostel treffen wir auf meine liebe Zimmermitbewohnerin Irene (so witzig, sie heißt Irene Müller, ist aber keine Deutsche, sondern Venezualerin) und gehen mit ihr in Downtown noch was trinken.

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Um 7pm werden wir dann vor meinem Hostel abgeholt und lassen uns von einem entertainendem Busfahrer, der uns motiviert zu maorischen Gesängen imaginiär zu unserem Dorf zu paddeln.
An dem Maoridorf angekommen werden die drei Busladungen Touris mit einem klassischen Begrüßungstanz willkommen geheißen.
Danach gehen wir in kleineren Grüppchen ins (extra authentisch angelegte) Dorf und können uns vor den kleinen Häuschen verschiedene Dinge aus der Maorikultur erklären lassen: Tänze, Bemalungen, Geschicklichkeitsübungen, etc.
man kann auch selbst mitmachen, wenn man möchte.

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Bevor es, dass unter der Erde zubereitete Essen gibt, wird noch eine Tanz- und Gesangsshow vorgeführt und ein wenig über die Geschichte der Maori erzählt.

Alles in allem war es ein netter Abend, für mich aber erwas zu touristisch.
Immerhin hab ich ein Selfie mit einem der so furchterregend aussehenden Maori gemacht. 😉

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Die Bemalung zeigt die Geschichte der Mutter (links) und die des Vaters (rechts) und worin die eigenen Stärken liegen. Diese „Grimassen“ sollen sagen, dass sie nichts zu verbergen haben.
….also doch gar nicht so furchteinflößend! 😉