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Dust and drums

Dust and drums… das sind die zwei wesentlichen Bestandteile des Festivals „ConFest“ auf dem ich über die Osterfeiertage war. Mitten im Busch im Süden des Bundesstaates New South Wales findet ein- bis zweimal pro Jahr ein durch und durch „down to earth“ Hippie-Festival statt.

Ohne Strom (nur Generatoren), mit beschränkt fließendem Wasser, nur Live-Musik (Lautsprecher-Verbot) und mit sehr vielen nackten Menschen.

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Am Anfang fällt es mir ein bisschen schwer, mich genauso fallen zu lassen, wie diese Gruppe, die ich zuerst nur höre und dann beobachten kann: nackt, mit Matsch überzogen, laufen und tanzen sie in einer Gruppe über das Festivalgelände, hin zum Marktplatz, geben seltsame Laute von sich, bewegen sich teilweise wie Tiere, die nach etwas jagen oder etwas untersuchen; vergöttern einen Klappstuhl, verneigen sich vor einem Kind, das mit seinem verstaubten Fahrrad über den Marktplatz fährt…und ziehen dann heulend wieder in den Busch, wahrscheinlich Richtung Fluss, damit sie ihre Zeremonie darin beenden können, indem sie sich den Matsch vom Körper waschen.

Ehrlich gesagt, habe ich mich auch am Ende des Festivals nicht so gefühlt, wie diese Leute…aber irgendwie wird alles im Laufe der Tage dort weniger komisch und seltsam. Man gewöhnt sich an die bunt oder gar nicht gekleideten Menschen und an die eigenartigen Dinge, die sie tun.
Aber immerhin ist das Festival dafür da, um andere an diesen Dingen (ob nun eigenartig oder nicht) teilhaben zu lassen. Auf meterlangen Tafeln werden jeden Tag neue Workshops verkündet, an denen jeder, der möchte teilnehmen kann. Es kann auch jeder, der einen freien Platz findet, seinen eigenen Workshop anbieten. Die Reichweite ist enorm und startet harmlos bei „Mango Eating“, geht über zahlreiche Yoga-Variationen, bis hin zu Tantra-Workshops, Bondage-Techniken oder Threesome-Datings (für Singles und Paare).

Wenn man über das Festival schlendert, denkt man zuerst man befindet sich auf einem riesigen Campingplatz im Busch…doch schlendert man die Wege entlang entdeckt man zwischen vielen Zelten diese kleinen Workshops, die an fast jeder Ecke angeboten werden.

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Am besten gefällt mir das Kunst-Dorf. Nicht, weil es da besonders viel Kunst gibt…das kommt mir überall gleich viel vor, sondern eher, weil hier das Massage-Zelt und die Dampfsauna ist. Direkt am Fluss, damit man sich nach dem Saunen abkühlen kann. Danach kann man sich dann mit den anderen nackten Hippies oder mit den Leuten, die aus dem Matschbecken kommen am Feuer trocknen und aufwärmen. (Das Matschbecken wird auch so sehr viel genutzt, ohne, dass man danach wild durch die Gegen läuft und seine Sprache verliert.)

Abends und nachts hört man immer das Getrommel von mindestens einem drum circle. An irgendeiner Feuerstelle finden sich mehrere Trommler ein, starten ihren Rhythmus und ziehen dadurch die Leuten in ihren Bann und trommeln bis tief in die Nacht. Man sagt, wenn man das erste Mal auf dem ConFest ist, kann man oft nicht schlafen, weil die Trommeln einen wach halten. Joa, stimmt. Aber, was hilft dagegen? Wenn die Trommler zu nah und somit zu laut sind: einfach hingehen und mittanzen. Dann weiß man, warum man einfach mitmachen muss und kaum aufhören kann.

…so geht’s einem wahrscheinlich auch, wenn man sich einmal den Matschmenschen angeschlossen hat. Naja, beim nächsten Mal vielleicht.

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